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Artikel

Was Sie schon immer über AC/DC wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten...

Info

Autor: Susan Masino

Titel: AC/DC – Die härtesten Fragen / Die ehrlichsten Antworten

Verlag: hannibal

ISBN: 978-3854454977

Preis: € 19,99

396 Seiten

Internet:
http://www.hannibal-verlag.de

Susan Masino ist Musikjournalistin und hat AC/DC bereits recht früh persönlich beruflich getroffen. 1977 während deren USA-Tour war ihr erstes Zusammentreffen mit ihnen und viele weitere sollten noch folgen. Über die erste Begegnung schreibt sie jetzt: „Soweit ich mich erinnern kann, lud mich Bon ein, mit ihnen zu kommen. Ich lehnte höflich ab, da es sich für mich verbot, ihnen zu nahe zu kommen. Das war eine der besten Gruppen, die ich jemals gehört hatte und ich wollte sie für alle Zeit als Freunde behalten. Mit ihnen im Hotel zu verschwinden, hätte mein Image als seriöse Musikjournalistin ruiniert. Aus der Retrospektive gesehen, wünschte ich mir, mein Image als Musikjournalistin ruiniert zu haben!“ Diese Bemerkung neben der Ansage, dass mit „Suzy“, die zweimal im Song „Down Payment Blues“ des Albums Powerage Erwähnung findet, eben diese Susan Masino gemeint sein könnte, mag das aktuelle Buch dieser Autorin für AC/DC-Fans interessant machen.

Doch über AC/DC sind nun schon so allerhand Bücher veröffentlicht worden, und so einige wurden hier schon auf unseren Seiten besprochen: Maximum Rock’n’Roll von Murray Engleheart und Arnaud Durieux, AC/DC - Die Biografie von Martin Huxley, High Voltage - Rock'N'Roll: Die ultimative Bildbiografie von Phil Sutcliffe, Hell ain't a bad place to be von Mick Wall, Die Brüder Young: Alles über die Gründer von AC/DC von Jesse Fink oder auch die einzige Biografie eines ehemaligen Mitglieds, Dirty Deeds - Meine wilde Zeit mit AC/DC von Mark Evans (zumindest wenn man die „Auto-Biografie“ von Brian Johnson nicht als richtige Biografie wertet).

Allen oben genannten Werken ist eines gemein: sie wurden von Männern verfasst. Und doch gibt es in Sachen AC/DC-Biografien eben auch mal eine Frau, die sich zu Wort meldet! Bereits 2006 (bzw. 2007 in deutscher Übersetzung) veröffentlichte sie mit Let There Be Rock ihr erstes Buch über AC/DC, nun legt sie mit AC/DC – Die härtesten Fragen / Die ehrlichsten Antworten nach. Ein etwas plakativer Titel, der im englischen Original AC/DC FAQ: All Thats Left to Know About the World's True Rock'n'Roll Band doch etwas sachlicher als die deutsche Übersetzung erscheint.

Statt der üblichen Vorgehensweise, eine chronologisch geordnete Biografie der Geschichte der australischen Band zu skizzieren, nähert sich Susan Masino mehr in thematischen Kapiteln dem Phänomen AC/DC. So gibt es eigene Kapitel über das Equipment, die Bühnenausstattung, das (anfangs so gar nicht vorhandene) Merchandise, die Mitglieder der Anfangstage oder über Preise und Auszeichnungen. Das Ganze ist dann aber so durcheinandergewürfelt, dass der neue Job von Brian Johnson in Kapitel 12, der Tod von Bon Scott in Kapitel 19 und der erste Sänger Dave Evans in Kapitel 21 behandelt wird... Trotzdem funktioniert auch dieses Buch und ist lesenswert, wenn es auch nicht viel Neues zutage fördert. Zumindest ist es auf dem neuesten Stand und thematisiert bereits die Probleme von Phil Rudd mit dem Gesetz und Malcolm Youngs gesundheitlich bedingten Ausstieg - die drohende Taubheit von Brian Johnson und der Einstieg von Axl Rose haben natürlich noch keinen Eingang finden können.

Das Buch ist nett und durchaus sehr informativ, aber wirklich aus sehr unkritischer Fan-Sicht und sehr lobend geschrieben. AC/DC sind die Größten, haben die besten Fans und haben immer alles richtig und gut gemacht... Leider ist es der Autorin daneben auch nicht zu peinlich, in Erich-von-Däniken-Manier über mysteriöse und unbewiesene Erlebnisse an Bon Scotts Grab oder über angebliche Backing-Vocals, die 10 Jahre nach dessen Tod plötzlich auf aktuellen Studioaufnahmen auftauchen, zu berichten. Und dass Bons erster Auftritt mit AC/DC an einem 5. Oktober stattfand und dies mysteriöserweise auch der Geburtstag von Brian Johnson ist, finde ich genauso unspektakulär wie die im Buch zitierten Zufälle der Zahl 17: Mich gruselt es nämlich wenig, dass AC/DC am 17. Juli 1999 mit den Aufnahmen ihres 17. Albums begannen und dabei 17 Songs aufnahmen. Aber dass Black Ice am 17. Oktober 2008 erschien, hat mich doch stutzig gemacht: dies ist mein Geburtstag! Und habe ich gar als 17jähriger an einem 17. Juli meine erste AC/DC-LP gekauft? Und war dies vielleicht die 17. Platte in meiner Sammlung? Jetzt komme ich doch in eine gewisse Akte-X-Stimmung...

Jürgen Weber


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